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Unser Lebensweg ist die Summe unserer Entscheidungen. Deshalb sollten diese gut überlegt sein. Doch können wir das überhaupt?

Wann standen Sie das letzte Mal vor einer Entscheidung? Und, haben Sie „richtig“ entschieden? Was Sie zum Frühstück gegessen haben zum Beispiel? Fühlen Sie sich in der Kleidung wohl, die Sie für heute gewählt haben? Und was ist mit den größeren Entscheidungen – Job, Partner? Haben Sie sich diese gut überlegt? Oder überlegen Sie schon so lange, dass Sie bis heute weder Job noch Partner haben? Immer wieder wird uns nahe gelegt, Entscheidungen sorgfältig zu treffen. Entweder sollen sie gut überlegt sein oder sich „gut“ und „stimmig“ im Bauch anfühlen, oder beides. Manche Menschen finden spontane Entscheidungen gut, andere setzen sich vehement für das gründliche und zeitintensive Abwägen ein. Doch macht es letztlich einen Unterschied, wie wir uns entscheiden? Beeinflussen unsere Entscheidungen unser Leben so stark, wie wir meinen? Können wir überhaupt irgendetwas entscheiden? Die Ergebnisse von Gehirnforschern stellen ja in Frage, dass wir überhaupt einen freien Willen haben, denn während wir meinen, Entscheidungen eigenständig zu treffen, sind diese zum großen Teil schon gefallen, bevor wir uns dessen bewusst werden (http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8080-2008-04-14.html). Wir denken also nicht, sondern „werden gedacht“. Gruselig, finden Sie nicht?

Oder vielleicht auch entspannend. Wenn sich aufgrund einer Entscheidung Probleme ergeben, fällt dann zumindest dieses unterschwellige Schuldgefühl weg beziehungsweise der Vorwurf an sich selbst, die „falsche“ Entscheidung getroffen zu haben. „Ich kann da nichts für! Das war mein Gehirn! Dagegen hatte ich keine Chance!“, können Sie also in Zukunft jeden Gegner mundtot machen, der meint, Sie in Frage stellen zu müssen.

Alles ist vorherbestimmt

Vielleicht haben die Wissenschaftler auch nur bestätigt, was manche von uns schon lange ahnen, nämlich dass unser Schicksal ohnehin vorherbestimmt ist und wir uns ergeben in das zu fügen haben, was uns widerfährt. Es ist alles schon festgelegt von Gott, vom Höheren Selbst, von der Sternkonstellation zum Geburtszeitpunkt, von den Genen oder vom Wetter, und das Gehirn ist lediglich das Instrument, durch das wir gesteuert werden. Dass wir nicht auswählen können, wann wir aufstehen, sondern unsere Aufwachzeit und unser Tagesrhythmus genetisch festgelegt sind, wissen wir ja bereits (http://www.science-guide.eu/index.php?id=72). Sie brauchen sich das jetzt nicht mehr bieten lassen, wenn jemand Ihnen Vorwürfe macht, weil Sie morgens vor elf nicht aufstehen können. Da kann der Chef meckern und drohen, soviel er will: Gegen die Gene ist man machtlos! Es gibt bewiesenermaßen Früh- und Spätaufsteher! Und damit sollte auch er sich lieber abfinden, bevor er auf die Idee kommt, Sie unter Druck zu setzen, und Sie ihn am Ende noch verklagen. Wegen Diskriminierung! Diskriminierung Ihres Chronotyps! Das wird böse für ihn enden.

Und weiter: Die Entscheidung, heute morgen einen Kaffee zu trinken, das waren auch gar nicht Sie, sondern das war der Jupiter! Und wenn Sie lieber Tee trinken, dann ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie eher mit dem Merkur verbunden sind als mit dem Jupiter. Das führt uns endlich zur Lösung eines der größten Rätsel der Menschheit, nämlich der Frage: Warum gibt es soviel Streit und Krieg? Die Antwort lautet: Daran ist der Mars schuld. Ist doch klar. Die Venus hat eben noch nicht genügend Menschen unter ihrer Kontrolle. Wahrscheinlich sind die Hirnbahnen des Homo sapiens für die Schwingung des Marses kompatibler als für die der Venus. Was tun wir also? Nichts. Nehmen Sie sich noch einen Kaffee oder Tee und setzten Sie sich wieder. Gegen die Sterne sind wir machtlos. Oder?